vSphere 5: VMware bessert beim Lizenzmodell nach

Verfasst am 4. Aug. 2011 von | Kategorie: Server-Virtualisierung

Am 12. Juli hat VMware die Version 5 seiner Virtualisierungsplattform vSphere vorgestellt und umfangreiche Änderungen bei der Lizenzierung bekannt gegeben. Bei vielen Kunden sorgte die Ankündigung zunächst für Verunsicherung: Die Anwender fürchteten, dass sie künftig deutlich mehr für die Server-Virtualisierung bezahlen müssen. Mittlerweile hat VMware auf die Kritik von Kunden und Partnern reagiert und beim Lizenzmodell nachgebessert. Wir geben Ihnen einen Überblick über den aktuellen Stand.

Wie fuktioniert das neue Lizenzmodell für vSphere?

VMware vSphere 5.0 wird auch weiterhin auf einer Basis pro Prozessor (CPU) lizenziert werden. Ab sofort beinhaltet jede Lizenz jedoch eine Berechtigung für vRAM-Kapazität. Mit jeder Lizenz haben Sie Anspruch auf eine bestimmte Menge an vRAM, der über eine einzelne Instanz von vCenter Server oder mehrere Instanzen von vCenter Server im Linked Mode in einem Pool zusammengefasst werden kann. vRAM ist definiert als virtueller Arbeitsspeicher, der einer oder mehreren virtuellen Maschinen zugewiesen wird. Wenn ein Administrator eine virtuelle Maschine erstellt, so konfiguriert er diese mit einer bestimmten Kapazität an virtuellem Arbeitsspeicher (vRAM), der dieser virtuellen Maschine zur Verfügung steht.

Ein wichtiges Merkmal des neuen Lizenzmodells ist das Konzept von vRAM-Berechtigungspools für alle Prozessorlizenzen. Die vRAM-Berechtigungen von VMware vSphere CPU-Lizenzen werden für alle von einer VMware vCenter-Instanz (oder mehreren verbundenen VMware vCenter-Instanzen) verwalteten CPU-Lizenzen in einem Pool zusammengefasst und bilden den insgesamt verfügbaren vRAM-Kapazitätspool. Wenn Workloads auf einem Server nicht ihre gesamte vRAM-Berechtigung ausnutzen, kann die überschüssige Kapazität von anderen virtuellen Maschinen innerhalb der VMware vCenter-Instanz verwendet werden. Wenn eine virtuelle Maschine ausgeschaltet wird, zählt sie nicht gegen die verfügbare zusammengefasste vRAM-Kapazität.

Die zusammengefasste vRAM-Kapazität kann unbegrenzt erweitert werden. Einzige Ausnahme sind das Essentials und Essentials Plus Bundle: Diese sind auf 6 CPUs und 192 GB vRAM begrenzt.

Welche Nachbesserungen hat VMware am 03. August 2011 vorgestellt?

  • VMware hat die vRAM-Berechtigungen für alle Editionen erhöht: Die Editionen Standard, Essentials, und Essentials-Plus erhalten jeweils 32 GB statt 24 GB vRAM pro Lizenz, bei Enterprise und Enterprise Plus wurden die vRAM-Berechtigungen sogar verdoppelt (Enterprise: 64 GB statt 32 GB, Enterprise Plus: 96 GB statt 48 GB).
  • Pro virtueller Maschine werden jetzt maximal 96 GB vRAM angerechnet: Diese Obergrenze verhindert, dass eine einzige „Monster“-VM mit einem Terabyte vRAM den Kunden mehr kosten würde als eine vSphere Enterprise Plus-Lizenz.
  • VMware hat das Lizenzmodell außerdem für Umgebungen mit hohen Lastspitzen optimiert (wie zum Beispiel Test- und Entwicklungs-Umgebungen): Für die Abrechnung ist jetzt die durchschnittlich genutzte vRAM-Kapazität der letzten zwölf Monate entscheidend und nicht die maximale vRAM-Nutzung in Spitzenzeiten.

Zusammenfassung: Was bedeutet die Änderung des Lizenzmodells für VMware-Kunden?

  • Die Lizenzierung pro CPU bleibt, die Beschränkungen hinsichtlich Prozessorkernen und physischem Speicher pro Server werden jedoch aufgehoben.
  • Kunden, die im Moment die Advanced Version unter aktiver Subscription haben, werden kostenfrei auf die Enterprise Version migriert.
  • VMware führt mit der Einführung von vSphere 5 auch eine Preisanpassung durch: Je nach Bundle steigen die Preise um 10 bis 20%.
  • Die neue Lizenzierung greift ab dem 22.08.2011.

Detaillierte Informationen zum neuen Lizenzmodell finden Sie auch in dem folgenden Whitepaper:

VMware vSphere 5.0 – Licensing, Pricing and Packaging

Katrin Thunig

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