XenClient Enterprise 4.1: Die neue Client-Virtualisierungslösung von Citrix im Test

Verfasst am 24. Aug. 2012 von | Kategorie: Desktop Delivery, Mobility

Vor wenigen Wochen hat Citrix XenClient Enterprise 4.1 veröffentlicht. Das neue Release der Client-Virtualisierungslösung ist ein großer Entwicklungssprung, da jetzt auch die NxTop-Technologien des im Mai übernommenen Unternehmens Virtual Computer integriert sind. Wir haben XenClient Enterprise in den letzten Wochen intern intensiv getestet und fassen unsere Eindrücke für Sie zusammen.

XenClient Enterprise

  • Grundsätzlich bietet XenClient Enterprise 4.1 im Gegensatz zu XenClient 2.1 eine wesentlich größere Hardwareunterstützung. Die neue Lösung läuft laut Citrix auf neun Mal mehr Endgeräten als bisher. Auch ältere Fujitsu-Geräte werden unterstützt – ob Ihr Gerät dabei ist, können Sie hier nachsehen: http://www.citrix.com/ready/en
  • Zudem sind mit XenClient 4.1 nun auch Multi-Monitor Konfigurationen möglich – und dies auch in mehreren Maschinen gleichzeitig.
  • Eine weitere Neuerung ist der Support für integrierte 3G/4G-Modems – damit können mobile Anwender auch unterwegs produktiv mit XenClient arbeiten.
  • Ganz deutlich verbessert hat sich die Verwaltbarkeit der Lösung durch den neuen XenClient Enterprise Synchronizer, der auf den Technologien von Virtual Computer basiert. Das skalierbare Backend-Management-System unterstützt auch große Installationen mit mehreren Tausend verteilten Endpunkten und bietet IT-Abteilungen zahlreiche Möglichkeiten für eine Richtlinien- und Rollen-basierte Administration.

XenClient Enterprise Synchronizer

  • Der Synchronizer vereinfacht beispielsweise erheblich die zentrale Verteilung von virtuellen Maschinen auf Endgeräten an unterschiedlichen Standorten.
  • VMs können auf dem Synchronizer vorinstalliert werden, allerdings wird dafür eine Hyper-V-Rolle benötigt, da die Vorinstallation der virtuellen Maschinen über die Hyper-V-Konsole durchgeführt wird.
  • Auf dem Synchronizer erstellte Maschinen werden in drei Partitionen aufgeteilt: SYSTEM, USER und LOCAL. Die SYSTEM und USER Partitionen können mit Backup-Richtlinien versehen werden und so automatisch auf dem Synchronizer gesichert werden, die LOCAL Partition ist für lokale Daten vorgesehen, die nicht gesichert werden müssen.

XenClient Partitionen

  • Zudem ermöglicht der Synchronizer eine granulare Konfiguration von Bereichen wie Backup, Expiration, Lockout, OS Profile, USB Filter und Windows Policy. So kann der Administrator zum Beispiel festlegen, wie lange ein Anwender sich im Offline-Betrieb anmelden darf, welche USB-Geräte zugelassen sind, etc.
  • XenClient Enterprise bietet jetzt eine 256-Bit-Full-Disk-Verschlüsselung, die im Unternehmenseinsatz erste Wahl sein sollte. In Verbindung mit dem Synchronizer wird die Festplatte mit dem Domänen-Account verschlüsselt.
  • Unterstützt wird ab sofort außerdem die Passthrough-Anmeldung am virtuellen Desktop: XenClient Enterprise kann die Logon-Informationen des Benutzers automatisch an die virtuelle Maschine durchreichen.
  • Auch der Benutzerkomfort wurde mit dem neuen Release verbessert: Anwender haben zum Beispiel die Möglichkeit, drahtlose Netzwerke, Mauseinstellungen und andere Parameter direkt innerhalb des Gastsystems zu konfigurieren.

XenClient Control Panel

  • Automatische „Over-the-air“-Updates führen Aktualisierungen der XenClient-Umgebung im Hintergrund durch, ohne dass ein Eingreifen des Endanwenders erforderlich ist.
  • XenClient Enterprise 4.1 bietet zudem die Möglichkeit, nach dem Start des Endgeräts eine so genannte „Connect“-Umgebung inklusive Google Chrome-Browser anzuzeigen. So können Anwender sofort auf das Internet zugreifen, ohne zuerst ein Gastsystem starten zu müssen.

XenClient Start

  • Weggefallen ist mit XenClient Enterprise 4.1 jedoch die Unterstützung für Aero-Effekte in Windows 7. Auch die Citrix HDX 3D-Technologie für grafikintensive Applikationen ist nicht mehr enthalten. Anwender, die diese Funktionen benötigen, müssen im Moment auf die weiterhin verfügbare Express-Version von XenClient ausweichen.

Unsere Praxis-Eindrücke von XenClient Enterprise 4.1

Trotz der Einschränkung, dass unter Windows 7 kein Aero-Design mehr dargestellt werden kann, ist XenClient Enterprise alles in allem eine sehr gelungene Lösung – vor allem für User, die mehrere virtuelle Maschinen auf ihrem PC oder Notebook betreiben wollen.

Ein paar Dinge sind uns bei unseren Praxis-Tests aufgefallen:

  • Die Memory Sharing Option, die es erlaubt, den Arbeitsspeicher über alle VMs zu verteilen, ruft gerade bei neueren Notebooks Performance-Probleme hervor und sollte daher nicht pauschal aktiviert werden.
  • Ein bekanntes Problem seitens Citrix ist das englische Tastaturlayout auf der Authentifizierungsseite nach dem Boot-Vorgang (nur bei aktivierter Festplattenverschlüsselung). Hier sollte darauf geachtet werden, dass Sonderzeichen und abweichende Tasten nicht im Passwort vorkommen, da sonst die Anmeldung nur schwer durchzuführen ist. Dieses Problem sollte aber in der nächsten Version von XenClient Enterprise behoben sein.
  • Aktuell lässt sich das Design von XenClient Enterprise nicht individuell an das Corporate Design anpassen. Customizing-Funktionen sind aber bereits für kommende Versionen angekündigt.
  • Eine gute Support-Möglichkeit für Administratoren: Per VNC ist es möglich, sich direkt mit der XenClient Enterprise Console zu verbinden. Dies lässt sich im Synchronizer über eine Policy steuern, in der auch das Passwort für die Verbindung definiert wird.

XenClient VNC

  • Lizenztechnisch ist XenClient Enterprise in einer XenDesktop Enterprise oder Platinum Lizenz enthalten und kann mit dieser genutzt werden. Allerdings ist die Lizenzierung in der aktuellen XenDesktop-Version noch nicht implementiert – daher muss eine separate, bis Januar 2014 gültige Testlizenz bei Citrix beantragt werden.
  • Eine große Erleichterung für Administratoren sind auf jeden Fall die zahlreichen verfügbaren Richtlinien, mit deren Hilfe sich auch Einstellungen in den virtuellen Desktops verwalten und setzen lassen. Schon jetzt kann mit XenClient Enterprise eine saubere Trennung von Firmen-VM und Privat-VM auf ein und demselben Notebook umgesetzt werden.

XenClient 4.1 Enterprise hat uns bei net2net bisher vollkommen überzeugt. Das Release zeigt, dass Citrix den Ansatz der Client-Virtualisierung weiter ernsthaft verfolgt – und es bleibt spannend, welche weiteren Features Citrix künftig in diese Lösung einfließen lassen wird.

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3 Kommentare
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  1. […] dem Launch von XenClient Enterprise im Sommer haben wir uns intern intensiv mit den Einsatzmöglichkeiten der neuen […]

  2. Hallo

    Du schreibst das Multi-Monitor moeglich ist, aber leider funktioniert das bei mir nicht.

    Unter Geräte – Anzeige wird „nur“ ein Monitor ( Anschluss ueber Displayport ) angezeigt.
    Der 2. Monitor ( Anschluss ueber DVI ) wird nicht angezeigt…

    Hast du einen Tip?

  3. Hallo Saskia,

    welche Version von XenClient Enterprise setzt du ein?
    Bis Version 4.1 konnte man den Multi-Monitor nicht in der GUI konfigurieren sondern nur über die Funktionstasten die Monitore umschalten.
    Ab Version 4.5 gibt es unter Geräte den Punkt Anzeige, in welchem sich die Monitorkonfiguration durchführen lässt.
    Bei weiteren Fragen kannst du uns gerne über folgenden Link kontaktieren:

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