XenClient 2: Ist der Bare-Metal-Hypervisor von Citrix jetzt reif für den Produktiveinsatz?

Verfasst am 16. Jun. 2011 von | Kategorie: Desktop Delivery, Mobility

Auf der Synergy in San Francisco hat Citrix die Version 2.0 von Citrix XenClient vorgestellt – eine Tech Preview steht bereits zum Download bereit (www.citrix.com/English/ps2/products/feature.asp?contentID=2300346). Wir haben für Sie einige wichtige Informationen rund um den Bare-Metal-Hypervisor zusammengestellt.

Was ist XenClient?

XenClient ist ein sogenannter „Bare Metal“- oder „Typ 1“-Hypervisor (http://de.wikipedia.org/wiki/Hypervisor) für Endgeräte. Mit der Lösung lassen sich virtuelle Maschinen (VMs) direkt auf der Client-Hardware betreiben, ohne dass dafür ein Host-Betriebssystem (wie z.B. Windows, Linux oder MacOS) benötigt wird.

Für welche Einsatzszenarien ist die Lösung gedacht?

Das Haupteinsatzgebiet von XenClient stellen Notebooks dar. Ein mögliches Szenario ist die parallele Nutzung von zwei unterschiedlichen Desktops auf demselben Endgerät: Es gibt eine private VM, in der der Benutzer eigene Software installieren und persönliche Dokumente speichern kann, und eine zentral bereitgestellte Unternehmens-VM, in der alle Geschäftsanwendungen laufen.

Beide VMs sind komplett voneinander getrennt – so können Mitarbeiter ihr Notebook sehr flexibel nutzen, während die IT-Abteilung die Kontrolle über die Sicherheit von Unternehmensdaten behält. Beispielsweise ist es möglich, für die Firmen-VM ein Regelwerk zu definieren, das nur ganz bestimmte Peripheriegeräte zulässt, während bei der privaten VM beliebige Geräte erlaubt sind.

Ein weiteres Anwendungsszenario könnte das gleichzeitige Betreiben von verschiedenen Betriebssystemen auf einem Notebook sein (z.B Windows 7, Windows XP und Linux).

Welche Einschränkungen gab es bisher?

Eine der größten Einschränkungen in der Version 1.0 von XenClient war die sehr beschränkte Hardware-Unterstützung: Nur relativ wenige Notebook-Modelle erfüllten die vorgeschriebenen Spezifikationen. In der Version 2.0 ist die unterstützte Hardware durch den Wegfall der Voraussetzung Intel vPro erweitert worden. Auch war die Beschränkung auf die Intel Grafikkarten eine Hürde, um XenClient auf Notebooks installieren zu können. Dies wurde aber ebenfalls mit XenClient 2.0 aufgehoben: Ab sofort unterstützt die Lösung auch ATI/AMD-Grafikkarten. Eine Unterstützung für Nvidia-Grafikkarten soll ebenfalls noch implementiert werden.

Ein Manko in beiden XenClient-Versionen ist die Integration von internen UMTS-Karten. Auch in der Tech Preview zu XenClient 2.0 ist es immer noch sehr stark vom Modell und vom Notebook-Hersteller abhängig, ob die Karte in Verbindung mit der VM funktioniert.

Ist die Lösung jetzt reif für den Produktiveinsatz?

Mit XenClient 2.0 sind die oben erwähnte Hardware-Unterstützung, eine verbesserte GUI und ein verbesserter Synchronizer für Backup und Management dazu gekommen. Das sogenannte Secure Application Sharing – also die sichere Nutzung von Applikationen aus einer VM innerhalb der anderen VM – ist nun in beide Richtungen möglich.

Der XenClient in der Version 2.0 in Verbindung mit dem Synchronizer stellt eine interessante Lösung dar, in der einiges schon gut funktioniert, beispielsweise das Backup von virtuellen Maschinen oder der Download definierter Images vom Synchronizer. Anderes aber ist noch verbesserungswürdig wie etwa die Akkulaufzeit oder der Support für Zusatzgeräte.

Ich persönlich arbeite seit dem Release von XenClient 1.0 auf meinem Notebook mit dem XenClient und habe mich mittlerweile mit der Lösung angefreundet. Funktionen wie das automatische Backup von VMs finde sich sehr nützlich, da der Benutzer nicht eingreifen muss und das Ganze im Hintergrund geschieht, sobald eine Verbindung zum Synchronizer besteht. Die Möglichkeit der Verschlüsselung der VM und das Senden einer „Kill Pill“, wenn das Notebook entwendet wurde, sind weitere gute Features.

Was ich vermisse, ist die umfassende Unterstützung für UMTS-Karten, und die Möglichkeit, meine Testumgebung (mehrere Windows Server VMs) vernünftig nutzen zu können. Der Betrieb in der Dockingstation mit externen Monitor ist teilweise ebenfalls noch etwas hakelig. Die Stabilität ist in der Version 2.0 insgesamt jedoch spürbar besser geworden – Anwender, die sich für die Lösung interessieren, können also jetzt auf jeden Fall mit ernsthaften Tests beginnen.

Claus Schwemmlein

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