CAD-Virtualisierung, Hyper-Konvergenz, Cold Storage und IT-Automatisierung: Vier Highlights der sbc convention 2014

Verfasst am 21. Nov. 2014 von | Kategorie: Archivierung und Datenklassifizierung, Desktop Delivery, Hyperkonvergenz, Microsoft Lösungen, Server-Virtualisierung, Storage

Die sbc convention 2014 ist vorüber – aber viele der dort vorgestellten Lösungen und Innovationen werden uns und unsere Kunden noch lange beschäftigen. Auch hier im Blog wollen wir in der nächsten Zeit die spannendsten Themen der Agenda noch etwas ausführlicher beleuchten. Ich möchte heute schon einmal vier Sessions herausgreifen, die mich auf unserer diesjährigen Konferenz ganz besonders beeindruckt haben.

CAD-Virtualisierung mit Citrix HDX 3D Pro und NVIDIA vGPU

Bei der Virtualisierung von grafikintensiven Anwendungen hat sich in den letzten zwölf Monaten einiges getan. Auf der sbc convention 2013 sprachen wir erstmals über Schlagworte wie „Hardware-basiertes GPU-Sharing“ und „vGPU“ – in diesem Jahr hatten wir bereits einen Kunden vor Ort, der die neuen Technologien auch tatsächlich produktiv einsetzt. Dietmar Klöffel zeigte in zwei gut besuchten Technik-Sessions, wie die FRÄNKISCHE heute über das Rechenzentrum virtuelle CAD-Arbeitsplätze für Entwickler in Tschechien zur Verfügung stellt.

HDX 3D Pro und vGPU

In der Live-Demo wurde das große Potential dieser Lösung sichtbar: Der komplette Entwickler-Desktop mit der 3D-CAD-Software SolidWorks läuft als virtuelle Maschine auf einem Server im Rechenzentrum und lässt sich genauso flüssig und komfortabel nutzen wie auf einer High-End-Workstation. Vier Entwickler arbeiten derzeit gemeinsam auf einem Server und teilen sich – dank vGPU – die Leistung einer NVIDIA Grid K2-Grafikkarte. In Zukunft könnten es aber durchaus auch acht oder 16 Anwender sein: Je nach Anforderungen und Auslastung können den Anwendern unterschiedliche Grafikprofile zugewiesen werden. Die HDX 3D Pro-Technologie von Citrix sorgt zudem für optimale Grafikperformance im WAN – und dies auch über große Entfernungen.

Die ersten Anwender bei der FRÄNKISCHEN sind auf jeden Fall begeistert, da die Lösung keine Wünsche offen lässt und auch 3D-Mäuse und Multi-Monitor-Betrieb problemlos unterstützt. Aus Unternehmenssicht ist ein großer Vorteil, dass sensible Konstruktionsdaten das geschützte Rechenzentrum nicht mehr verlassen. Und die IT-Abteilung freut sich, dass sie jetzt Entwickler-Arbeitsplätze zentral und effizient managen kann und Kosten für teure Client-Hardware spart. Statt teurer Workstations müssen künftig nur noch geeignete Thin Clients beschafft werden.

Interessant ist die Lösung übrigens nicht nur für CAD/CAM-Anwendungen: Auch andere grafikintensive Applikationen wie Geoinformationssysteme, Bildbearbeitungssoftware und selbst Office-Anwendungen wie PowerPoint können in der Praxis von der virtuellen Grafikpower profitieren.

Hyper-konvergente Infrastrukturen: Fujitsu PRIMEFLEX für VMware EVO: RAIL

Wie lässt sich eine komplette Virtualisierungsinfrastruktur in weniger als einer Stunde zum Laufen bringen? Vor der sbc convention hätte ich (wie vermutlich auch die meisten anderen Teilnehmer) gesagt: Überhaupt nicht – die Zeit ist dafür schlicht zu kurz. Dass mittlerweile sogar 30 Minuten für das Aufsetzen einer Virtualisierungsumgebung mit vier Server-Nodes genügen, stellte Udo Würtz, Chief Evangelist Global Server Business bei Fujitsu, unter Beweis. In seinem Vortrag demonstrierte er (zum ersten Mal auf einem Kundenkongress übrigens!) die hyper-konvergente Infrastruktur-Lösung Fujitsu PRIMEFLEX für VMware EVO: RAIL.

Bild: Fujitsu

Bild: Fujitsu

In dieser integrierten Appliance stecken auf zwei Höheneinheiten vier Server-Nodes, lokale Speicherlaufwerke mit einer Gesamtkapazität von 14,4 GB, 1,6 TB SSD als Read/Write-Cache, zwei 10GbE-Ports pro Node sowie redundante Netzteile. Zudem enthält die Appliance den gesamten EVO: RAIL Software-Stack von VMware inklusive VMware vSphere, VMware Virtual SAN, VMware vCenter und vCenter Log Insight.

Bild: Fujitsu

Bild: Fujitsu

Das eigentliche Herzstück der Lösung ist jedoch die so genannte EVO: RAIL Engine. Diese ausschließlich für die EVO: RAIL Appliance verfügbare Management-Schnittstelle vereinfacht den Aufwand für Implementierung, Konfiguration und Wartung einer Virtualisierungs-Umgebung dramatisch. Ein Wizard leitet den Anwender durch den gesamten Einrichtungsprozess und unterstützt beim Erstellen der virtuellen Maschinen. Wie wir in der Demo gesehen haben, laufen die ersten virtuellen Maschinen bereits eine halbe Stunde nach dem Auspacken und Anschließen der Appliance.

Genau so einfach ist es, die Umgebung bei steigenden Anforderungen zu erweitern: Eine zweite Appliance wird nach dem Anschließen automatisch erkannt und kann entweder der Umgebung hinzugefügt oder als zusätzlicher, eigenständiger Cluster installiert werden. Derzeit können insgesamt vier Appliances zu einem Cluster mit 16 Nodes zusammengeschlossen werden. Damit lassen sich dann rund 400 virtuelle Maschinen oder 1.000 VDI-Desktops betreiben.

Bild: Fujitsu

Bild: Fujitsu

Udo Würtz zeigte auch, wie EVO: RAIL die Wartung der Umgebung  im laufenden Betrieb vereinfacht: Patches, Software- oder BIOS-Updates werden automatisiert Node für Node eingespielt. Dabei werden umfangreiche Funktionsprüfungen von der EVO: RAIL Engine vorgenommen, um die einwandfreie Funktionalität des Systems zu gewährleisten. Der Administrator kann sich entspannt zurücklehnen – und die Anwender bemerken keine Unterbrechung.

Für viele unserer Kunden ist das Thema hyper-konvergente Infrastruktur ausgesprochen interessant – wir wollen Udo Würtz daher im kommenden Jahr noch einmal einladen, um die Einsatzmöglichkeiten der Lösung im Detail vorzustellen.

Cold Storage: Die Silent Brick Library von FAST LTA

Auch im Bereich Backup und Archivierung gab es auf der sbc convention eine echte Premiere: FAST LTA stellte seine Silent Brick Library vor, die ab Anfang kommenden Jahres verfügbar sein wird. Die Lösung steht für Cost Optimized Linear Disk Storage (Cold Storage) – große Datenmengen aus Backup- und Archivanwendungen werden dabei energie- und kostensparend auf einem hochgradig skalierbaren Festplatten-Array gespeichert.

Von außen sieht ein einzelner Silent Brick tatsächlich aus wie ein schwarzer Ziegelstein – im Inneren des robusten Aluminiumgehäuses stecken zwölf Festplatten von drei unterschiedlichen Herstellern mit einer Gesamtkapazität von bis zu 12 TB. Die Erasure Resilient Coding-Technologie von FAST LTA bietet zudem bis zu vier Redundanzreserven. Das heißt: Bis zu vier Festplatten in einem Storage Container können ausfallen, ohne dass ein Bit verloren geht. Untergebracht sind die Silent Bricks in einem Storage Shelf, das durch einen Library Controller gesteuert wird.  Alle Daten werden linear auf den Bricks gespeichert – ähnlich wie bei einer Bandsicherung – und sind so jederzeit lokalisierbar. Durch zusätzliche Silent Bricks lässt sich die Speicherkapazität der Library sehr einfach erweitern.

FAST LTA Silent Bricks

Die einzelnen Bricks können mit einem Fingertipp aus dem Shelf genommen werden  und bieten als abgeschlossene Speichereinheiten die Mobilität einer Tape-Lösung. Ein weiteres Highlight: Der Storage-Container wird vom System nur dann mit Strom versorgt, wenn ein Zugriff notwendig  ist – so lassen sich erhebliche Energiekosten sparen. Ein ePaper-Display am Silent Brick dient auch ohne Stromversorgung als (frei programmierbares) elektronisches Etikett.

Grundsätzlich eignen sich die Silent Bricks ideal, um klassische Tape Libraries abzulösen, da sie die Vorteile von Tape-Technologie (wie hohe Mobilität, Kosten- und Energieeffizienz) mit der schnellen Datenverfügbarkeit einer Festplattenlösung verbinden. Die FAST LTA-Technologie überprüft zudem mittels Digital Audit regelmäßig die Integrität der gespeicherten Daten. Damit sind die Silent Bricks eine smarte, sichere und kosteneffiziente Lösung für die Speicherung großer Datenmengen im Tier 2- und Tier 3-Bereich – mehr dazu dann im kommenden Jahr!

IT-Automatisierung mit Microsoft System Center-Technologien

Das Microsoft System Center ist kein neues Produkt, sondern feierte in diesen Tagen bereits seinen 20. Geburtstag. Dennoch war die Session rund um die System Center-Technologien mit Tayfun Tastan von ADN für mich eines der Highlights der diesjährigen sbc convention: Denn die Management-Plattform von Microsoft hat für uns und unsere Kunden in den letzten Jahren massiv an Wert gewonnen.

In der Session zeigte Tayfun Tastan anhand konkreter Beispiele, wie sich beispielsweise mit dem System Center Orchestrator komplette Workflows wie das Onboarding eines neuen Mitarbeiters automatisieren lassen: Vom Anlegen des Mitarbeiters im Active Directory über das Zuweisen der entsprechenden Gruppen und Berechtigungen bis hin zum Einrichten des Exchange-Postfach werden alle Arbeitsschritte in einem „Runbook“ zusammengefasst und automatisiert ausgeführt.

Microsoft System Center Orchestrator

Unsere Microsoft-Spezialisten haben mittlerweile große Erfahrung darin, derartige Runbooks zu erstellen, zu testen und bereitzustellen. Damit adressieren sie eine der am meisten diskutierten Fragen auf der diesjährigen sbc convention: „Wie können IT-Abteilungen mit dem vorhandenen Personal ein ständig wachsendes Arbeitspensum bewältigen?“ – Aus unserer Sicht ist dies nur mit Automatisierung möglich.

Was waren Ihre persönlichen Highlights der sbc convention 2014? Und über welche Themen würden Sie gerne noch mehr erfahren? Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anregungen – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

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