Safer Internet Day 2014: Neue Herausforderungen für den Datenschutz durch WhatsApp & Co.

Verfasst am 18. Feb. 2014 von | Kategorie: Datenschutz, Sicherheit und Verschlüsselung

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Was müssen Schüler heute über den Schutz ihrer Daten im Web wissen? Und wie können sie sich vor möglichen Risiken und Gefahren bei der Nutzung von Internet und Smartphones schützen? Mit diesen Fragen befasste sich ein Schulprojekt im Rahmen des „Safer Internet Day 2014“ am 11.02.2014. Die DANES – ein Schwesterunternehmen von net2net – unterstützt seit einigen Jahren die Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ (DSgzS) und stellt mich für diese Veranstaltungen frei. In diesem Jahr war ich am Wirsberg-Gymnasium in Würzburg eingeladen, um mit den Schülern über aktuelle Entwicklungen und Trends zu sprechen und Praxis-Tipps für den bewussteren Umgang mit Online-Diensten zu geben.

Die Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ unterstützte den Safer Internet Day bereits zum dritten Mal in Folge – und bei der Vorbereitung auf die diesjährige Veranstaltung wurde mir wieder einmal bewusst, wie schnell sich die Nutzungsmuster und Rahmenbedingungen in diesem Bereich verändern. Während sich in den letzten Jahren noch fast alles um Facebook drehte, rückten in diesem Jahr erstmals die neuen mobilen Kommunikations-Apps wie WhatsApp in den Mittelpunkt. Und das nicht ohne Grund: Laut aktuellem Bravo Trend Monitor verbringen Teenager in Deutschland mittlerweile mehr Zeit mit ihren WhatsApp-Kontakten als mit ihren Facebook-Freunden.

Den wenigsten WhatsApp-Anwendern ist jedoch bewusst, wie stark die günstige SMS-Alternative die Privatsphäre des Anwenders aushöhlt. Unter anderem greift die Anwendung auf sämtliche Kontaktdaten im Adressbuch des Smartphones zu und kopiert diese auf die WhatsApp-Server in den USA. Auch Kontakte, die WhatsApp selbst überhaupt nicht nutzen, werden dabei erfasst. Zudem stufen viele Experten die Übertragung von Bildern und Nachrichten via WhatsApp als unsicher ein – auch wenn die Übermittlung mittlerweile verschlüsselt erfolgt.

Völlig unterschätzt wird oft auch, dass sich durch das Hochladen der persönlichen Telefonbücher Kontaktprofile der Nutzer von WhatsApp erstellen lassen. Die durch das Versenden von Nachrichten entstehenden Meta-Daten lassen weitere Rückschlüsse auf den Nutzer und sein Verhalten zu: Wann schreibt er wie häufig an wen? Ist er eher aktiv oder nur passiv an der Kommunikation beteiligt? Hat er viele Kontakte und pflegt er diese?  Informationen wie diese können als Grundlage für die Bewertung seiner Persönlichkeit dienen.

Jugendliche sollten daher wenn möglich auf sichere Messenger-Apps wie Threema, Telegram oder MyEnigma ausweichen. Allerdings werden sich diese wohl erst durchsetzen, wenn sich tatsächlich eine kritische Masse an Freunden für den Umstieg entscheidet. (Nebenbei bemerkt: Für Unternehmen ist der Einsatz von sicheren Messenger-Diensten natürlich auch dringend zu empfehlen: Im Business-Umfeld ist die schnelle, aber unsichere Kommunikation via WhatsApp mittlerweile leider ebenfalls weit verbreitet.)

Update

Mit der Meldung vom 19.02.2014, dass Facebook WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar gekauft hat, kam Bewegung in dem Markt der Instant Messenger. Viele Nutzer von WhatsApp, die sich bislang bewusst gegen die Nutzung von Facebook entschieden hatten, sind dabei, WhatsApp den Rücken zu kehren und sich nach einer Alternative umzusehen. Belegt wird dies durch eine aktuelle Studie, die das Marktforschungsinstitut Advise in Zusammenarbeit mit Respondi erstellt hat: 5 % der deutschen WhatsApp-Nutzer wollen auf jeden Fall wechseln und weitere 25 % erwägen einen Wechsel zu einem anderen Messenger. Wer hierbei das Rennen machen wird, ist wohl bislang noch offen.

Einige Eindrücke vom Safer Internet Day 2014 am Wirsberg-Gymnasium zeigt übrigens ein Beitrag von TV touring.

Weitere Informationen – speziell für Schulen – gibt es unter anderem hier:

www.dsgzs.de

http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/safer-internet-day/sid-2014/

https://www.bvdnet.de/fileadmin/BvD_eV/pdf_und_bilder/arbeitskreise/akschule/BvD_DS_Schule.pdf

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Ein Kommentar
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  1. Viele haben sich nach dem ersten Ärger von Whatsapp distanziert, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch einige viele zurückgekehrt sind, zumal die Alternativen, auf die man zurückgreifen kann, meist nicht von vielen genutzt werden. Dennoch, jeder sollte achtsamer mit seinen Informationen im Netz sein und sich genau überlegen, was er oder sie dort zur Verfügung stellt.

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